Bewusstsein für Nachhaltigkeit

Den Begriff Nachhaltigkeit kennen wir ja schon seit einiger Zeit.
Eine Definition findet sich bei Hauff:

„Nachhaltige Entwicklung ist eine Entwicklung, die gewährt, dass künftige Generationen nicht schlechter gestellt sind, ihre Bedürfnisse zu befriedigen als  gegenwärtig lebende.“ (Hauff, 1987, S.46)

Doch was versteht man darunter?

An sich ist der Begriff der Nachhaltigkeit auch in die Zukunft
gerichtet. Menschen sollten so leben und wirtschaften, dass auch unsere zukünftigen Generationen etwas davon haben. Der Ökonom Herman Daly versucht Nachhaltigkeit folgendermaßen zu definieren:

  • Der Verbrauch von nicht regenerierbaren Ressourcen muss zumindest gleich hoch dem Bestand an regenerierbaren Ressourcen sein.
  • Die Höhe der Abbaurate an erneuerbaren Ressourcen darf nicht höher sein als deren Regenerationsrate sein.
  • Niveau der Emissionen darf nicht höher sein als die Assimilationskapazität.

Wir leben natürlich in einer Konsumgesellschaft, aber das heisst noch lange nicht, dass wir nicht darauf schauen dürfen, wie wir leben, was wir womit einkaufen oder ähnliches. In den letzten Wochen und Monaten kam ja immer wieder die Horrormeldung über viel zu viel Plastikmüll in unseren Weltmeeren in den Medien vor. Dabei ist es gar nicht so schwer, zum Beispiel beim Einkauf auf das bekannte Plastiksackes zu verzichten. Eine Alternative wäre etwa ein Stoffsackerl oder die Tüte aus Papier. Wenn das jeder Österreicher so machen würde, würden wir zumindest in Österreich jährlich etliche Tonnen an Plastikmüll einsparen. In meinem Falle versuche ich in den meisten Fällen, nicht bei jedem Einkauf ein neues Plastiksackes zu kaufen, sondern diese aus
vorhergegangenen Einkäufen wiederzuverwenden. Ist in dieser Hinsicht zwar nicht besonders viel, jedoch ein guter Anfang.
Im Bereich der Nahrungsmittel ist man in der nachhaltigen Verwendung schon wesentlich weiter. Etwa werden Lebensmittel kurz vor Ende ihrer Mindesthaltbarkeit nicht mehr achtlos von den Produzenten oder Handelsketten weggeschmissen, sondern werden oftmals schon karitativen
Einrichtungen, wie dem LeO der Caritas Wien, gespendet. Diese Organisationen vermitteln diese dann im Rahmen ihrer Tätigkeit an bedürftige Personen weiter. So ist beiden Seiten geholfen.

Andreas und Cornelia von Unverschwendet

Neben LeO gibt es noch Organisationen wie die Wiener Tafel, diverse Sozialmärkte und andere. Ein besonders gutes Projekt ist auch‚ „Unverschwendet“ am Schwendermarkt in Wien. Gegründet von den Geschwistern Andreas und Cornelia, nehmen sie überschüssiges Obst und Gemüse von diversen Bauern österreichweit entgegen, und produzieren daraus leckere Marmeladen, Chutneys, Senf oder diverse Sirup-Sorten. Ich hatte schon Gelegenheiten, diverse ‚Unverschwendet‘-Produkte zu verkosten, und bisher war ich jedes Mal begeistert. Wirklich ein tolles und nachhaltiges Projekt.

Im Non-Food-Bereich sieht es da schon ganz anders aus. Hier steckt der Nachhaltigkeitsgedanke noch stark in den Kinderschuhen. Da muss noch einiges getan werden. Stellt euch zb. vor, ihr bestellt euch etwas aus dem Internet, das Paket kommt dann beschädigt bei euch an. Das Produkt selbst ist noch vollkommen in Ordnung. Im normalen Handel würde ein solches Produkt in vielen Fällen gar nicht mehr in den Verkauf gehen, obwohl an sich noch ok.
Klar, beim Einkaufen spielt meistens das Auge auch eine sehr große Rolle – aber sollte das wirklich so wichtig sein, sei die Funktionalität des Produkts noch hundertprozentig gegeben?
Nein, meiner Meinung nach nicht. Eine Organisation, die sich in Österreich dieses Gedankens annimmt, ist die Fairmittlerei. Diese nimmt neuwertige Produkte, die aus den verschiedensten Gründen nicht mehr verkauft werden können, als unentgeltliche Spenden entgegen, und vermittelt diese kostengünstig an gemeinnützige Organisationen österreichweit weiter. Ansonsten würden solche Produkte einfach auf den Müll geworfen werden. Seit 2016 konnten auf diese Weise schon 7000 Tonnen an Müll eingespart werden.
Gerade die Thematik Müllvermeidung ist meiner Meinung nach eine sehr wichtige. Hier leistet die Fairmittlerei mit ihren 17 ehrenamtlichen Mitarbeitern unter dem Obmann Michael Reiter eine Pionierarbeit in Österreich. Es freut mich persönlich sehr, auch in diesem Verein tätig sein zu dürfen.

Wer sind wir denn, wären wir nur auf unser eigenes Wohl bedacht? Es darf uns nicht egal sein, welche Welt wir unseren Kindern und Kindeskindern hinterlassen. Wir von der w4tour legen sehr viel Wert darauf, diese Werte nach innen und außen zu vertreten.
In diesem Sinne, lebt Nachhaltigkeit nachhaltig, und mögen noch viele Generationen nach uns auf einer gesunden Erde leben!

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